
kunsthub 2023
Die Künstlerin Hannah J. Kohler wurde mit dem Kunstpreis „kunsthub 2023“ ausgezeichnet. Aus dem Kreis der gemeinsam mit ihr für den Kunstpreis Nominierten – Maria Seitz, Michael Schramm und Ivan Zozulya – wurde sie von den sieben Juroren des Preisgerichtes als Gewinnerin ausgewählt. Die Preisträgerin Hannah J. Kohler darf sich über eine Einzelausstellung sowie ein Preisgeld freuen.
Der Kunstpreis wurde im Jahr 2021 ins Leben gerufen. Er wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis richtet sich an nominierte junge Künstlerinnen und Künstler zeitgenössischer Kunst der Sparten Malerei, Fotografie, Grafik, Kleinplastik, Installation und Medienkunst.

Foto: © Günter E. Bergmann Photography
Die Preisträgerin
Hannah J. Kohler
Hannah J. Kohler studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Freie Kunst und Fotografie. In den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit stellt sie Themen der Weiblichkeit und spürt dieser Definition behutsam nach. Mit Zeichnung, Fotografie, Video- und Multimedia-Installationen reflektiert sie Wirkung und Bedeutung von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Fragen und Erkenntnisse setzt sie mit inszenierten Darstellungen in Bilder, bewegte Bilder und Installationen um. Augenzwinkernd und mit versteckten, zahlreich hinterlegten Geschichten.
© Hannah J. Kohler & Günter E. Bergmann Photography
Hannah J. Kohler ist Preisträgerin des „kunsthub 2023“

„Ich freue mich sehr über die Anerkennung und vor allem darüber, dass es solche Institutionen gibt, die uns Künstler in unserer Arbeit fördern.
- Hannah J. Kohler
Hintergründe zur Entscheidungsfindung der Jury
„Nach einer intensiven Diskussion im Auswahlverfahren entschieden wir uns für Hannah J. Kohler. In ihrer neuesten Arbeit ‚Der Sündenfall‘ vereint sie historische, mythologische und aktuelle Bezüge. Die Verwendung der Farben ist sehr durchdacht und eben auch mit Inhalt hinterlegt. Bemerkenswert ist der Einsatz von neuen Medien. Diese Kombination und die reflektierte Art wie Hannah J. Kohler arbeitet und technische Mittel einsetzt, haben uns als Jury sehr überzeugt. Auch schon in früheren Arbeiten haben Fragen der Wahrnehmung eine Rolle gespielt. Es ist beachtlich, wie sie die zeitgenössische Welt und auch die Rolle der zeitgenössischen Frau in das gesellschaftliche Gefüge unserer Zeit einordnet. Sie stellt Fragen der Wahrnehmung in Zeiten von KI und FakeNews als zentrales Moment heraus.“
- Dr. Ina Dinter, Leiterin des Kunstmuseums Reutlingen
Foto: © Günter E. Bergmann Photography




Fotos: © Hannah J. Kohler
Die Nominierten
Michael Schramm
Michael Schramm studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und anschließend an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Innerhalb der Bildgestaltung seiner Arbeiten verweben sich Druckergebnisse der Monotypie mit Malerei und Zeichnung. Er nutzt sie nicht als gegensätzliche, sondern verbindende Techniken. Für den Künstler ist das Entstehen der Arbeiten ein Forschungsprozess. „Man könnte die Ergebnisse eines solchen Unikates auch indirekte Zeichnung nennen“, erklärt er. Seine Kunst bleibt Experimentierfeld und in jeglichem Ergebnis überraschend.
© Michael Schramm
Maria Seitz
Maria Seitz lebt und arbeitet in Köln. Sie wurde nominiert für ihr Projekt „Multicolor“, ein Wechselspiel von Zeichnung und Installation. Die Künstlerin studierte Freie Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. In ihrer Serie „Multicolor“ spielen Regelmäßigkeit und farbliche Variation eine große Rolle. Maria Seitz arbeitet ausschließlich mit mehrfarbigen Buntstiften. Eine konsequente Aneinanderreihung von feinen farbigen Linien. Durch marginale Drehungen oder Haltungsänderungen entstehen ausdrucksstarke Farbverläufe im Wechsel mit Zartheit und Transzendenz.
© Maria Seitz & VG Bild-Kunst Bonn, 2023
Ivan Zozulya
Ivan Zozulya wurde in Poltawa (Ukraine) geboren und lebt und arbeitet in Stuttgart. Hier studierte er Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste. Reflexion und Gegenreflexion sind seine Themen. Er arbeitet vielschichtig: malerisch gegenständlich, abstrakt formal, dazwischen zarte Zeichnungen. Manchmal beginnt er die Arbeit an einem Gemälde nach seiner Vorstellung, lässt es entstehen, wie es sein sollte. „Aber dann stelle ich fest“, sagt er, „es haben sich so viele Sachen eingeschlichen. Sie drängen sich einfach dazwischen und plötzlich nehmen meine Bilder erstaunlich andere Formen an.“
© Ivan Zozulya
Impressionen der Preisverleihung
Fotos: © Günter E. Bergmann Photography
Ausstellung
Die Gemeinschaftsausstellung bietet den nominierten jungen Künstler*innen die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und sich in der Kunstszene bekannt zu machen. Die Installation „Der Sündenfall“ der kunsthub-Gewinnerin Hannah J. Kohler war zusammen mit Exponaten der für den diesjährigen Kunstpreis Nominierten in einer Gemeinschaftsausstellung in der Galerie Altes Rathaus Musberg zu sehen.

Foto: © Günter E. Bergmann Photography